Pflanzen vermehren: Der große Ratgeber

Du wolltest schon immer selbstständig Pflanzen vermehren – weißt aber nicht wie das geht und was du dafür benötigst?

Idealerweise erstmal gutes Wetter oder eine warme und helle Wohnung! Je wärmer es nämlich ist, desto schneller wachsen und gedeihen auch die Pflanzen.

Die Sommermonate eignen sich daher am besten um Pflanzen im Garten zu vermehren.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche Möglichkeiten du hast und was du dabei beachten musst!

Informationen zur Vermehrung der Pflanzen

Im ersten Schritt sollte es vor allem warm und sonnig sein. Wichtig ist es für dich zu wissen, welche Pflanze du vermehren willst – denn jede hat andere Anforderungen an den Boden, bzw. die Lichtverhältnisse und wird anders gehandhabt.

Am besten besorgst du dir noch Anzuchterde. Diese ist besonders gut zum Vermehren geeignet, da sie wenige bis gar keine Keime enthält. Idealerweise ist sie sogar noch mit speziellen wuchs-fördernden Pflanzenhormonen behandelt.

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Weiters solltest du dir noch Töpfe und Untertöpfe sowie ein paar kleine Plastiksäcke besorgen.

Letztere benötigst du, damit die Feuchtigkeit nicht zu schnell verloren geht, da die Stecklinge noch keine oder nur sehr wenige Wurzeln haben und deswegen der Erde noch nicht so viel Wasser entziehen können.

Es gibt zwei Arten der Vermehrung: Die vegetative Vermehrung und die generative Vermehrung. Vegetativ heißt, dass von der gleichen Pflanze ein Teil abgeschnitten wird und anschließend eine Art Klon der ursprünglichen Pflanze entsteht. Generativ bedeutet, dass die Pflanzen über Samen vermehrt werden.

Damit Samen entstehen können, muss die Pflanze vorher auf irgendeine Art und Weise befruchtet werden. Es entstehen also immer neue Pflanzen mit den Eigenschaften der Mutter- bzw. Vaterpflanze.

In diesem Blogbeitrag beschäftigen wir uns mit der vegetativen Vermehrung – also dem Produzieren von Klonen. Samen werden bei dieser Methode nicht verwendet.

Arten der Vermehrung

1. Die „Wasser-Methode“

Eine der einfachsten Varianten Stecklinge zu vermehren ist es, diese in ein Glas mit Wasser zu stellen und zu warten. Wie funktioniert diese Methode genau? Du schneidest beispielsweise ein einzelnes Blatt mit einem Stiel ab, stellst dieses in das Glas mit dem Wasser und wartest ab! Nach ein paar Tagen solltest du das Wasser wechseln und diesen Vorgang regelmäßig wiederholen. Innerhalb von ca. drei bis vier Wochen solltest du bereits ein paar Wurzeln am Steckling feststellen.

Den bewurzelten Steckling steckst du anschließend in die Anzuchterde, gießt ihn ein wenig, drückst ihn noch fest in die Erde und lässt ihn wachsen. Et Voilà! Du hast deine erste Pflanze vermehrt!

In der Regel solltest du bereits ein paar Tage später ein Wachstum des kleinen Pflänzchens feststellen. Das war im Glas noch nicht der Fall, da hier kaum Nährstoffe vorhanden sind. Vergiss bitte nicht das regelmäßige Gießen!

2. Stecklinge vom Blatt

Bei einem Blattsteckling spricht man von einem Steckling, der nur aus einem Blatt mit Stiel besteht. Wie vermehrst du diesen Blattsteckling? Dafür nimmst du einfach ein Blatt einer Pflanze deine Wahl und schneidest die Blattadern (die Striche wenn du das Blatt ins Licht hältst) an der Seite ein.

Anschließend empfehlen wir dir, dass du das Blatt an den Schnittkanten in ein sogenanntes Bewurzelungssubstrat eintauchst und in die Anzuchterde steckst. Ein Bewurzelungssubstrat ist eine Art Pflanzenhormon, welches dafür sorgt, dass sich Wurzeln am Blatt selbst bilden und daraus eine neue Pflanze entstehen kann.

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Gut zu wissen: Das Blatt stirbt ab sobald es Wurzeln und Sprossen gebildet hat. Das ist völlig normal und du brauchst dir keine Sorgen zu machen! Pflanzen, die du hierfür verwenden kannst, sind beispielsweise das Usambaraveilchen, der Mauerpfeffer oder auch der Geldbaum – und viele mehr.
Das angeschnittene Blatt kannst du auch einfach auf die Anzuchterde legen und mit einem kleinen Stein fixieren. Wir empfehlen dir, dass du noch eine kleine Plastikhaube über den Topf stülpst. Damit wird verhindert, dass das Wasser zu schnell verdunstet und das Blatt verwelkt bevor es Wurzeln bilden konnte.

3. Stecklinge aus Triebspitzen

Kopfstecklinge werden alle Stecklinge genannt, die von der Spitze einer Pflanze abgeschnitten werden. Blüten und sehr große Blätter sind dabei zu entfernen, da sie die Verdunstung stark erhöhen, bzw. Blüten sehr viele Nährstoffe verbrauchen und das normale Wachstum hemmen.

Was brauchst du für diese Methode? Die Triebe sollten mindestens 10 Zentimeter lang sein. Tauche sie  einfach in das Bewurzelungssubstrat (dies ist nicht zwingend nötig, sondern nur eine Empfehlung) und stecke sie anschließend in die Anzuchterde, drücke die Setzlinge etwas an und gieße danach ein wenig nach.

Wir empfehlen dir eine Plastikhaube oder ein Glas über die Pflänzchen zu stülpen. Das Glas solltest du regelmäßig (alle paar Tage) hochheben, damit frische Luft an die Pflanzen kommt.

Ein kleiner Tipp am Rande: Die Kopfstecklinge sollten immer schädlingsfrei sein, das sollst du immer im Vorhinein überprüfen! Für diese Art der Vermehrung sind fast alle Pflanzenarten geeignet. Am häufigsten werden Pelargonien, Yucca, Weihnachtssterne, Efeututen und sogar Kakteen mit dieser Methode vermehrt.

Um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen, verwende am besten Anzuchtssets. Diese enthalten sogar ein Zimmergewächshaus und sind sehr einfach zu handhaben.

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4. Stecklinge aus der Wurzel

Wurzelstecklinge sind Stecklinge von Pflanzen, bei denen die fleischigen, also besonders dicken, Wurzeln auseinander geschnitten werden und daraus neue Pflanzen entstehen.

Wie vermehrst du Wurzelstecklinge? Um diese Pflanzen zu vermehren, schneide die dicken Wurzeln einfach in 3 bis 4 Zentimeter große Stücke und schneide anschließend die Seitenwurzeln ab. Pflanze diese Wurzel in die Erde – und zwar so, dass die Spitze gerade noch so herausschaut.

Wie bei den vorherigen Methoden, heißt es für dich jetzt: Die Wurzelstecklinge fest andrücken, gießen und abwarten. Nach wenigen Wochen wirst du eine neue Pflanze in deinem Topf oder deinem Garten entdecken.

Eine Zusatzinfo für dich: Wurzeln von den Pflanzen, die dazu in der Lage sind, werden in der Fachsprache auch „Rhizome“ genannt. Bekannt dafür sind beispielsweise die Kugel-Primel, die Brombeere oder auch der Bambus.

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5. Stecklinge aus dem Stamm

Beim Stammsteckling wird, wie der Name schon sagt, ein Teil des Stammes genommen und vermehrt.

Was musst du bei dieser Methode alles beachten? Beim abgeschnittenen Stamm sollte eine Knospe vorhanden sein. Du steckst diesen Steckling mit der Knospe nach oben in die Anzuchterde. Wenn du willst, kannst du die Seite, die nach unten zeigt vorher in Bewurzelungssubstrat tauchen.

Ein Tipp für dich: Wenn der Stammsteckling Wurzeln gezogen hat und schon etwas größer ist, sollte dieser unbedingt in einen größeren Topf umgepflanzt werden. Die Yucca Palme ist für diese Art der Vermehrung sehr bekannt.
Beachte bitte, dass vor allem die Yucca Palme viel Licht und Wärme benötigt und du sollst sie nicht zu oft gießen.

6. Ableger ziehen

Du kennst diese kleinen Mini-Pflänzchen, wie sie beispielsweise von der Grünlilie am laufenden Band produziert werden? Das sind sogenannte Ableger!

Wichtig bei dieser Art der Vermehrung ist, dass die Mini-Pflänzchen, auch „Kindel“ genannt, bereits Wurzeln gezogen haben. Wenn nicht, dann  setze diese einfach in ein Glas Wasser bis sie Wurzeln gebildet haben oder pflanze sie direkt in die Anzuchterde.

Schon nach kurzer Zeit wird dieser kleine Ableger genauso gut wachsen wie die Mutterpflanze. Wenn er groß genug ist, dann kannst du ihn umtopfen und schon bald entstehen wieder kleine Mini-Pflänzchen.

7. Absenker für die Vermehrung

Du möchtest deinen Haselnussstrauch vermehren? Das funktioniert ganz anders. Nimm einen Seitentrieb, den du nicht (!!) abtrennst – sondern einfach in einer Art U-Form in die Erde eingräbst.

Nach ein paar Wochen wird dieser selbst Wurzeln ziehen und anfangen sich wie eine Art eigener Strauch zu verhalten.

Bis dahin gibt die Mutterpflanze die ganze Zeit Nährstoffe ab bis ein eigener Strauch herangewachsen ist. Der Boden muss dazu immer feucht bleiben. Das heißt, dass der kleine Strauch regelmäßig gegossen werden sollte! Anschließend schneide ihn ab und pflanze ihn an die gewünschte Stelle wieder ein.

Weitere Tipps & Tricks für die Anzucht

Achte darauf, dass die Stecklinge immer feuchte Erde vorfinden. Wohlgemerkt: feuchte Erde, keine nasse Erde!

Achtung: Wenn die Erde zu nass ist, kann Wurzelfäule entstehen – das überlebt die Pflanze in den meisten Fällen nicht!  Du solltest also darauf achten, dass es eine Möglichkeit gibt, dass das überschüssige Wasser wieder abfließen kann.

Zusätzlich hilft es, die Pflanzen auch abzudecken, beispielsweise mit einer durchsichtigen Haube. Entweder kann das eine Art von Plastikhaube oder sogar ein Glas sein. Wenn sich hier Wassertropfen bilden, ist das vollkommen in Ordnung.

Es handelt sich dabei um verdunstetes Wasser, welches am Glas kondensiert und anschließend wieder in den Topf zurückfließt. Achte stets darauf, dass du das Glas einmal täglich kurz anhebst, damit neue Luft in das Glas kommt. Das ist  sehr wichtig, weil die Pflanzen Kohlendioxid benötigen um daraus Energie zu ziehen. Dieses wird nämlich regelmäßig unter dem Glas verbraucht, daher ist das Hochheben des Glases auch so wichtig!

Sobald die Stecklinge Wurzeln gebildet haben, ist das nicht mehr nötig. Das siehst du daran, dass sich plötzlich vermehrt Blätter bilden – die Pflanze ist jetzt in der Lage, den Steckling selbst ausreichend mit Wasser zu versorgen um auch weiter zu wachsen.

Sei vor allem geduldig: Bei zu wenig Sonne oder Wärme, kann es durchaus vier Wochen oder länger dauern bis die Stecklinge Wurzeln ausbilden. Wenn der Topf dann komplett mit Wurzelwerk umgeben ist, pflanze diesen in einen neuen, größeren Topf um. Dafür reicht dann auch ganz normale Blumenerde aus.

Solltest du noch weitere Fragen zum Thema: „Pflanzen vermehren“ haben, dann findest du diverse Ratgeber – auch in Buchform – mit vielen nützlichen Tipps und Tricks.

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Willst du noch weitere Infos rund um die Themen Pflanzen und Garten haben? Hier gibt es  beispielsweise noch einen Beitrag zum Thema: „Blumen im Urlaub bewässern“.