Rasen aerifizieren: Ratgeber mit Anleitung

Rasen aerifizierenVor allem auf Golplätzen werden Grünflächen schon seit langem aerifiziert. Die Belüftung des Rasens gehört nämlich zu den essentiellen Pflegemethoden, um einen sattgrünen Rasen zu erhalten, der schön und gesund aussieht. Im Gegensatz zum Vertikutieren wird bei der Rasen-Aerifizierung der Boden auch mit frischer Luft versorgt. Das ist vor allem für die vielen Mikroorganismen in der Erde wichtig, die bei zu geringer Luftzufuhr absterben. Wenn das der Fall ist, wird der Rasen schnell modrig und beispielsweise von Moos befallen.

Aber wie funktioniert „Rasen aerifizieren“? Im großen Wandschlauchbox.net-Ratgeber möchten wir genau das klären. Außerdem erklären wir die Hintergründe der Rasenbelüftung und präsentieren wichtige Tipps.


Was bedeutet „aerifizieren“?

Das Wort „aerifizieren“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „belüften“.

Im Grunde genommen passiert bei der Rasen-Aerifizierung auch nichts anderes: Durch gezieltes Durchlöchern des Bodens kommt deutlich mehr Luft in tiefere Bodenschichten. Dadurch können sich gesunde Mikroorganismen ansiedeln, das Gras wird von unten belüftet und für den Rasen schädliche Substanzen haben es nicht mehr so leicht.

 Tipp: Vor allem, wenn man im eigenen Garten oft mit Staunässe zu kämpfen hat, sollte man über eine Aerifizierung nachdenken. Durch das Auflockern in tieferen Bodenschichten kann Feuchtigkeit entweichen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass eine Aerifizierung verdichteten Boden wieder auflockern soll. Verdichteter Boden entsteht in undurchdringlichen Erdböden – beispielsweise Lehm.

Rasen belüften: Rasen aerifizieren

In verdichtetem Boden drückt das Grundwasser stark nach oben und tötet dadurch auch die Graswurzeln ab. Wird der Rasen aerifiziert, nimmt man dem Boden den Druck – und das Gras kann durchatmen.

Wann wird ein Rasen aerifiziert?

Ein Rasen muss aerifiziert werden, wenn Moose oder Unkraut immer mehr Grasflächen einnehmen. Spätestens dann wird offensichtlich, was sich unter der Erde schon längere Zeit abspielt: Das Gras bekommt keine Luft mehr oder leidet unter Staunässe.

Rasen wann aerifizieren?

Der richtige Zeitpunkt für die Aerifizierung ist wichtig. Die meisten Experten empfehlen eine Aerifizierung im Frühjahr, also irgendwann zwischen März und Mai. Man sollte sich aber beeilen, denn beim Aerifizieren werden einige Wurzeln unweigerlich zerstört. Damit man das dann im Sommer nicht mehr bemerkt, sollte man also nicht zu lange warten.

Was das Wetter betrifft, so sollte es keine besonderen Ausreißer geben. Wenn der Boden noch etwas feucht vom letzten Regenguss ist, ist das der perfekte Zustand, um mit dem Lüften zu beginnen. Ganz durchnässt sollte der Boden nicht sein – genauso aber auch nicht ganz trocken. Einen Mittelweg zu finden ist hier das A und O.

 Tipp: Hat man nach dem Sommer das Gefühl, dass der Rasen noch immer nicht genug durchlüftet ist, kann man ihn schon auf das nächste Jahr vorbereiten, indem man im Herbst nochmals den Rasen aerifiziert. Das sollte jedoch noch vor den richtig kalten Tagen im November geschehen.

Rasen aerifizieren: So wird’s gemacht

1. Das richtige Hilfsmittel auswählen

Der Rasen kann mithilfe verschiedener Belüftungsgeräte aerifiziert werden. Die Produktpalette unterscheidet sich dabei zwischen professionellen Maschinen, Handgeräten oder gar Schuhaufsätzen, mit denen man dann durch den Garten stolziert.

Gartenutensilien fürs Rasen Aerifizieren

Die Wahl des Aerifizier-Hilfsmittels sollte vor allem von der Größe der zu bearbeitenden Fläche abhängen. Kleine Hobby-Gärntner benötigen beispielsweise kein tausende Euro teures Profi-Gerät für Fußballplätze.

Sehen wir uns daher im Folgenden die besten Produkte zum Aerifizieren an.

Schuh-Aufsatz Rasenbelüfter

Bei Schuh-Aufsätzen handelt es sich um Aerifizierer, die man auf die Unterseite der Schuhe montiert.

Die Spikes auf der Unterseite der Schuhe drücken sich bei jedem Schritt in die Erde ein. Beim Kauf solcher Aerifizier-Aufsätze ist vor allem wichtig, dass sie stabil sind. Kunststoff-Spikes können schnell abbrechen und gelangen schnell auf den Müll.

Besser sind Schuh-Aufsätze mit Spikes aus Metall oder Stahl. Für manche Aufsätze werden sogar herkömnliche Nägel verwendet. Das ist die beste Methode, da man hier auch nicht so zimperlich sein muss und schneller eine größere Fläche schafft.

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Das praktische an den „Rasenschuhen“ ist, dass sie einfach mit Klettverschlüssen unter die Schuhsohle montiert werden. Verglichen mit anderen Utensilien ist der Arbeitsaufwand zwar geringer, aber man kann mit den Nägeln steckenbleiben. Kraft in den Beinen benötigt man also trotzdem.

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Elektrische Rasenbelüfter

Sehr intuitiv und schnell gelingt das Aerifizieren des Rasens mit elektrischen Rasenlüftern.

Die Geräte lüften nicht nur den Boden – sie sammeln Moose und andere unerwünschte Gewächse auch gleich in einem Behälter. Auch Blätter werden vom Gerät eingesaugt.

Das Praktische am elektrischen Rasenlüfter ist also, dass zwei Arbeitsschritte in einem erledigt werden: Man entfernt unterwünschten „Biomüll“ und aerifiziert den Rasen.

Ob die Belüftung so tiefgängig ist wie bei den Schuhen oder manuellen Utensilien, hängt jedoch vom gewählten Produkt ab. Elektrische Rasenbelüfter arbeiten nämlich mit einer Walze, die über Federstahlmesser verfügt. Die Länge ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich.

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Abhängig von der Arbeitsbreite der Geräte kann in einem Schub gleich eine größere Fläche bearbeitet werden. Auf die Arbeitsbreite sollte man vor allem dann schauen, wenn man einen weitläufigeren Bereich aerifizieren muss. Für kleinere Vorstadtgärten reichen Geräte mit geringerer Arbeitsbreite vollkommen.

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Rollende Rasenbelüfter

Im Gegenzug zu elektrischen Rasenlüftern ist hier kein Strom notwendig.

Rollende Rasenlüfter werden mit etwas mehr Krafteinsatz über den Rasen geschoben. Auf der vorderen Walze sind in gleichmäßigen Abständen ebenfalls Nägel verteilt, die sich bei jeder Rollbewegung in die Erde bohren.

Beim rollenden Lüfter ist vor allem wichtig, dass man das Gerät im richtigen Winkel über den Rasen schiebt und genügend Druck ausübt. Kunden berichten in Rezensionen immer wieder, dass das manche Walzen zu leicht sind und die Nägel sich nicht in die Erde bohren.

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Ist der Boden sogar ganz trocken und hart, sind sogar beschwerende Elemente nötig, damit die Walze genügend Druck aufbaut und sich die Nägel wirklich in den Boden bohren können.

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Klassische Rasenbelüfter

Die älteste Variante, um den Rasen zu aerifizieren, ist ein Stiel mit mehreren Zinken am Ende.

Dieser Stiel wird dann in regelmäßigen Abständen in die Erde gerammt, um die Belüftung durchzuführen.

Rasenbelüfter Sneeboer 8030
  • Rasenbelüfter
  • Belüften oder Aerifizieren

Zwar ist die Methode sicherlich am anstrengendsten, doch wer sich fit genug fühlt, gelangt mit den klassischen Belüftungs-Stielen (verglichen mit den anderen Varianten) am tiefsten in die Erde. Das Belüften dauert hiermit aber natürlich deutlich länger.

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2. Richtig aerifizieren

Nachdem man sich für das richtige Utensil entschieden hat, geht’s ans Eingemachte.

Zwar können kleine Flächen per Hand aufgelockert werden, für größere ist ein elektrischer Aerifizierer aber wohl die bessere Lösung.

Der Grund: Auf jedem Quadratmeter Boden sollte man mehr als 100 Löcher stanzen. Das klingt im ersten Moment zwar viel, doch nur so wird der Boden und die Graswurzeln nachhaltig und langfristig belüftet. Hat man einen klassischen Rasenbelüfter mit dickeren Zacken, kann es auch etwas weniger sein.

Bei Rasen-Aerifizierern unterscheidet man auch zwischen Produkten, bei denen die Spikes hohl sind und solchen, bei denen die Spikes nicht hohl sind. Erstere verdichten die Erde an den Seiten etwas mehr, während hohle Aerifizierer dann einzelne Erdteile ausstanzen, die man dann auf den Biomüll werfen kann.

Die zweite Variante ist etwas besser, da hier die Erde an den Seiten nicht noch mehr verdichtet wird.

3. Richtig pflegen

Nachdem man mit der Belüftung des Rasens fertig ist, sollte man Sand in die frischen Löcher füllen.

Der Sand beugt Staunässe vor und sorgt dafür, dass der Boden insgesamt viel durchlässiger wird. Dadurch verhindert der Sand aktiv das Wachstum von neuen Pilzen oder Moosen.

Vor oder nach der Bearbeitung mit Sand sollte man den Boden etwas stärker als normal düngen und neue Rasensamen verteilen.

Als Abschluss wird der Boden gegossen. Damit hat man den Rasen fertig aerifiziert und er ist vorerst vor Staunässe und Moosbefall geschützt.

 Tipp: Wenn sich der Rasen trotz aller Vorkehrungen noch immer nicht wie gewünscht entwickelt, kann eine erneute Aerifizierung zu den empfehlenswerten Zeiträumen helfen. Dann sollte man aber noch mehr Löcher pro Quadratmeter erstellen und gegebenenfalls auf ein Werkzeug mit längeren Spikes umsteigen.

Was bringt das Aerifizieren?

Wer den Rasen aerifizieren möchte, der tut ihm viel Gutes. Die größten Vorteile des Aerifizierens auf einen Blick:

Einerseits kann aufgelockerter Boden deutlich mehr Wasser aufnehmen und es auch zum Graswachstum verwenden. Andererseits werden tiefere Erdschichten schneller von der Sonne erwärmt, was ebenfalls einem schnellen Graswachstum zugute kommt.

Fertiger Rasen nach dem Aerifizieren

Aber, moment mal! Wenn alles auf schnelles Wachstum aus ist – werden dann Pilze und Moos nicht auch besser gedeihen? Nein. Durch die Löcher wird der Boden gleichzeitig auch besser belüftet und mit Düngernährstoffen versorgt. Das gesamte Erdreich bekommt gesündere Mikro-Bakterien, die gut fürs Gras und schlecht für ungewünschte Rasenbewohner sind.

Zusammenfassend stellt das Aerifizieren einen wichtigen Baustein im Rasenpflege-Mix dar, der den gesamten Boden widerstandsfähiger und gesünder macht.

Was ist außerdem für einen gesunden Rasen wichtig?

Neben der Belüftung gibt es weitere Dinge, die ein Rasen benötigt, um langfristig gut zu gedeihen. Dazu gehören: