Rasen kalken: Ratgeber

Rasen kalken: RatgeberMit dem Frühling wächst auch der Wunsch nach einer üppigen Blumen- und Rasenpracht im Garten. Gerade die Rasenpflege ist dabei oft anspruchsvoller als angenommen. Häufig wird gedüngt, was das Zeug hält, dabei sind viele Zusatzstoffe eher schädlich für das zarte Grün. Besser ist es, die fehlenden Nährstoffe im Boden zu ergänzen. Ein wirksames Mittel ist das Kalken des Rasens. Experten empfehlen, das Rasen kalken ungefähr alle zwei bis drei Jahre vorzunehmen. Jedoch sollte die Kalkmenge auf die jeweilige Bodenstruktur angepasst werden. Sandige Böden etwa benötigen mehr Kalk und eine andere Art als lehmige Böden. Und: Wird die Kalkzugabe falsch dosiert, kann dies dem Rasen schaden.

Für viele Gärtner und Grundstückbesitzer ist ein gepflegter Rasen ein absolutes Muss. Damit der Rasen kräftig wächst, sollte man ihn richtig kalken. Was dabei beachtet werden muss und wann der Zeitpunkt zum Rasen kalken am besten ist, präsentieren wir in diesem Ratgeber.


Rasen kalken: Ratgeber

Muss mein Rasen überhaupt gekalkt werden?

Ob der Rasen Kalk benötigt oder nicht, kann am einfachsten mit einem Bodentest aus dem Baumarkt oder Fachhandel in Erfahrung gebracht werden. Dieser kann den pH-Wert des Bodens messen, welcher ausschlaggebend für das Wachstum des Rasens ist. Zeigt der Test einen niedrigen pH-Wert an, ist der Boden sauer und muss gekalkt werden. Bei einem hohen pH-Wert über 7 ist der Rasen alkalisch und es sollte auf das Kalken verzichtet werden, da Kalk den Rasen noch alkalischer machen und ihm so schaden würde. Liegt der Wert bei sandigen Böden unter 5,5 und bei lehmigen Böden unter 6, ist das Rasen kalken jedoch angebracht. Ein Anzeichen für einen übersäuerten Boden ist starker Moosbefall. Hier kann der Rasen ruhigen Gewissens gekalkt werden. Klee deutet dagegen auf einen alkalischen Boden hin.

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Der richtige Zeitpunkt zum Rasen kalken

Damit der Rasen auch satt und grün wird, sollte der richtige Zeitpunkt zum Kalken gewählt werden. Prinzipiell kann der Rasen bei einem zu niedrigen pH-Wert zwar jederzeit gekalkt werden.

Während dieser zwei Zeitperioden ist die Grasfläche jedoch besonders aufnahmebereit für die Behandlung:

  • im Frühjahr, unmittelbar nach dem Vertikutieren
  • im Herbst, wenn der Rasen zur Vorbereitung auf den Winter nochmals gelüftet wird

Kalk dringt sehr viel effizienter in den Boden ein, wenn mit dem Vertikutierer das Moos und Unkraut ausgekämmt wurde. Gleiches gilt, wenn mit Bodennägeln oder Spoons das Erdreich aufgelockert wurde. Ist die Entscheidung zwischen Frühjahr und Herbst als optimaler Termin zum Kalken gefallen, rückt der genaue Zeitpunkt in den Fokus.

Dabei spielen folgende Aspekte eine wichtige Rolle:

  • Der Rasen ist frisch gemäht auf 3-4 cm Länge
  • Die Grasfläche wurde zuvor vertikutiert oder aerifiziert
  • Es herrschen trockene und windstille Witterungsverhältnisse

Von Vorteil für die Terminwahl ist, wenn die Wettervorhersage für die nächsten Tage Regen ankündigt. So kann Mutter Natur für die erforderliche Bewässerung sorgen, die ansonsten der Rasensprenger übernehmen müsste. Wichtig ist die Ruhephase am Ende des Vorganges. Nach dem Kalken sollte mindestens 3-4 Wochen abgewartet werden, bis der Rasen gedüngt wird, da sich die beiden Präparate in der Wirkung gegenseitig aufheben.

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Welches ist der richtige Kalk für meinen Rasen?

Kalk für den Rasen kann man in unterschiedlichsten Ausprägungen und Kombinationen kaufen.

Es sollte aber unbedingt zwischen zwei wichtigen Kalkarten unterschieden werden:

  • Branntkalk mit der chemischen Bezeichnung CaO
  • Kalkmischung aus Calciumcarbonat (CaCO3)

Branntkalk ist extrem schädlich für den Rasen, weil er stark ätzend wirkt. Er vernichtet zwar Schädlinge, verbrennt allerdings auch andere organische Bestandteile in Böden und Beeten. Deshalb wird er meist im Baugewerbe verwendet und sollte von Gräsern ferngehalten werden. Stattdessen sollte zu einer Kalkmischung aus Calciumcarbonat gegriffen werden, welche sich perfekt für die Anwendung auf Rasen und in Gärten eignet. Zusätzlich gibt es häufig Mischformen aus Rasendünger und Kalk. Für einen normalen Garten, der nicht über einen extrem sauren Boden verfügt, sollte diese Mischung ausreichend sein. Inzwischen gibt es auch gekörnte Produkte, die beim Ausbringen nicht so stark stauben.

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Kalk richtig dosieren

Rasen kalken: RatgeberRasen auf sandigem Boden sollte mit etwa 150 bis 200 Gramm Kalk pro Quadratmeter gekalkt werden, wenn der pH-Wert leicht unter 5,5 abgesunken ist. Für Lehmböden, deren pH-Wert bei ungefähr 6 liegt, wird die doppelte Menge benötigt, also rund 300 bis 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter.

Folgende Faustregeln sollten beim Kalken beachtet werden, was die Bodenbeschaffenheit angeht:

  • Leichte oder sandige Böden brauchen 150 bis 200 Gramm Kalk pro Quadratmeter
  • Mittelschwere, sandige bis lehmige Böden brauchen 300 bis 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter
  • Schwere, lehm- oder tonhaltige Böden brauchen 400 Gramm Kalk pro Quadratmeter

Anleitung zum Rasen kalken

Kalk kann direkt nach dem Vertikutieren aufgetragen werden. Die Kalkmenge hängt dabei von der Intensität des gekauften Kalk-Produkts ab. Je nach Sorte wird in der Regel zwischen 100 und 200 Gramm Kalk pro Quadratmeter benötigt. Sehr praktisch ist Kalk-Granulat, da es nicht staubt und auch wirklich nur auf dem Rasen landet und somit nicht vom Wind weggeweht werden kann.

So wird der Rasen perfekt gekalkt:

  1. Rasen vertikutieren
  2. Auf der Kalk-Packung überprüfen, wie viel Gramm Kalk pro Quadratmeter bei der verwendeten Sorte empfohlen wird
  3. Den Kalk mit Handschuhen in einen Streuwagen geben und gleichmäßig auf dem Rasen verteilen, indem auf der Rasenfläche gerade Bahnen gezogen und schwer zugängliche Stellen von Hand nachgestreut werden
  4. Den Rasen gut bewässern, damit der Kalk schnell einziehen kann
  5. Ruhepause für den Rasen von 3-4 Wochen
Unser Tipp: Es lohnt sich, jedes Jahr eine etwa zwei Zentimeter dicke Sandschicht auf den Rasen zu geben und mit einer Harke einzuebnen. Der Sand lockert den Boden auf und kann Kalk in Zukunft oft überflüssig machen.
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Rasen kalken: Fazit

Entscheidend für ein sattes Grün ist der richtige pH-Wert des Rasens. Kalken hilft, diesen zu regulieren. Doch wer die Kalkzugabe falsch dosiert schadet dem Rasen. Das Kalken des Rasens ist nicht zu jeder neuen Saison erforderlich: der pH-Wert des Bodens sollte aber dennoch regelmäßig überprüft werden. Nur wenn die Bodenqualität nicht optimal für den Rasen, also zu sauer ist, sollte Kalk aufgebracht werden. Dann sorgt Kalk dafür, dass das Gras grün und saftig ist und die Halme gleichmäßig wachsen können.

Hat das erste Kalken des Rasens im Frühjahr nicht zum gewünschten Ergebnis geführt, kann der Vorgang beispielsweise im folgenden Herbst wiederholt werden. Wichtig dabei: ein weiteres Kalken sollte niemals ohne vorherige Messung vorgenommen werden. Kalken „auf gut Glück“ ist nicht empfehlenswert und kann dem vielleicht schon strapazierten Rasen stark zusetzen. Wird die Messung, das Kalken wie beschrieben durchgeführt, steht eine üppigen Rasenpracht im Sommer nichts mehr im Wege. So macht das Gestalten und Entspannen im Garten doch gleich viel mehr Spaß.